Turbo Kid (2015) Review
4.5Gesamtwertung
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Lange, sehr lange hatte ich mir vorgenommen „Turbo Kid“ anzusehen. Einen der wohl lässigsten, coolsten und authentischsten 80s-Movies der Gegenwart – so die mir bekannten Kritiken. Und nachdem ich dieses Werk nun endlich sehen konnte, will ich behaupten, dass sich das Warten gelohnt hat. Nun gut, es hätte auch nichts geschadet den Film eher zu sehen, aber in diesem Falle trifft „besser spät als nie“ voll zu.

Der Film beschäftigt sich mit der Welt am Abgrund. Ein jeder kämpft um das Überleben im Ödland, dem sich ein machthungriger Irrer als Anführer präsentiert. Kid ist einer dieser Überlebenden, eigentlich nur darauf aus, weiterhin überleben zu können. Doch natürlich kommt es früher oder später zur Konfrontation mit dem Irren. Kid ist allerdings nicht allein. Mit einem beinahe schon unsterblichen Cowboy und der völlig abgedrehten Apple kämpft er sich durch 80s-Atmosphäre pur.

Der Film ist so genial retro, dass ich beinahe Freudestränen in den Augen hatte. Dazu diese cheesy Story, die dennoch mit Witz und der einen oder anderen Wendung zu überraschen weiß. Die geniale Endzeit-Optik mitsamt bewusst schlecht inszenierten Effekten setzt diesem Retro-Effekt die Krone auf. Ob nun dämliche Oneliner am laufenden Band oder völlig überzogenes Gemetzel, „Turbo Kid“ zelebriert dieses Genre aus den lovely 80s.

Die Darsteller sind gut gewählt, überzeugen sie doch auf ihre ganz eigene Art und Weise. In der Tat kann man mit ihnen lachen, über sie staunen oder sogar mit ihnen leiden. Der Film vermag es auf zahlreichen Ebenen zu berühren und dennoch dieses vertraute will-und-kann-nicht-Gefühl zu vermitteln. Ein weiterer Pluspunkt: „Turbo Kid“ ist so herrlich kurzweilig, dass die eh schon knappen 93 Minuten wie auf dem BMX-Fahrrad bergab vergehen.

Natürlich gibt es einen unglaubwürdig üblen Schurken, der bewusst lächerlich und dennoch irgendwie auch erschreckend ist. Durch seine creepy Maske und die fehlenden Worte gibt er einen wunderbaren Psychopathen ab, mitsamt völlig abstrusen Zuckungen. Andere Charaktere sind dem Trash geschuldet Kanonen-, bzw. Sägeblattfutter. Und in Sachen Brutalität lässt man beinahe nichts aus. Ob nun freigelegte Gedärme oder unwirklich abgetrennte Körperhälften, „Turbo Kid“ ist ein beinahe schon grenzwertiger Spaß.

Als 80s-Fan muss man diesen Film gesehen haben, nicht zuletzt weil Le Matos wohl einen der großartigsten Scores aller Zeiten dazu beisteuerte. Der Film wandert jetzt direkt von meiner Gesehen-Liste auf die Muss-ich-kaufen-Liste. Ich freue mich schon auf den 2. Teil, der vor kurzem erst angekündigt wurde!

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