Bonggita - Neon Marble Album Review
3.5Gesamtwertung
Leserwertung: (2 Votes)

Die neue Scheibe von Bonggita? Immer her damit! Nach der überzeugenden EP „The Bonggitaria Incident“ legt der Künstler mit seinem beinahe schon unverwechselbarem Style nach.

Ein guter Start…

„Orbital Injection“ ist ein Meisterwerk der Stille. Entspannend, nachdenklich – eigentlich der perfekte Weltraum-Score. „Nekyia“ legt daraufhin direkt nach. Doch die Gelassenheit hält nicht lange an. Nach etwa der Hälfte des Tracks lässt Bonggita die Drums auf unsere Gehörgänge los. Dazu die sich gegenseitig ausspielenden Melodien – der Einstieg ist geschafft. Bonggita empfängt uns mit offenen Armen, zeigt direkt, worauf man sich mit diesem Album einlässt.

Es folgt „Lost“, ein eigentlich herrlicher Synthwave-Track. Schnell, fröhlich und furchtbar kultverdächtig. Dazu die leicht verzerrten Lyrics – hier wird etwas geboten. Doch lasst euch nicht in die Irre führen. Ihr habt es hier nicht mit „gewöhnlichem“ Synthwave zu tun. Unregelmäßig streut Bonggita ungewöhnliche und zum Teil auch wenig harmonisch klingende Akkorde ein. Ob das stört oder nicht – das liegt ganz im Auge – oder Ohr – des Betrachters/Hörers.

„Lost“ war nur ein Vorgeschmack wenn es um „schief“ klingende Sounds geht. „Menace“ legt hier nach, bzw. setzt noch einen drauf. Der Grundtenor des Tracks ist düster und verzweifelt. Ein vollwertiges Drama, verpackt in einem einzigen Stück. Ob nun das Orgelspiel oder der langsam wummernde Bass, Wohlfühlen sieht anders aus.

Es geht so weiter und weiter, immer weiter. „She Likes The Moon“ ist so episch wie dramatisch, während „She Is Awakened“ wieder deutlich freundlicher klingt. Das Album „Neon Marble„, so wird mir klar, scheint ein Soundtrack des Lebens zu sein, mit all seinen Höhen und Tiefen. So ist „Wounded Warrior“ einmal mehr ungewöhnlich, während „Neon Marble“ vertraut-schönen Synthwave verkörpert.

4 weitere Tracks enthält dieses Album, 4 Tracks, die gefallen können, es aber nicht unbedingt darauf anlegen. Bonggita ließ seinem schöpferischem Geist freien Lauf. Entstanden ist „Neon Marble“, besonders anders, anders aber auch gut. Ich konnte mich zwar mit gut der Hälfte des Albums nicht immer anfreunden, weghören konnte ich aber auch nicht. Ich denke, dass man „Neon Marble“ einfach erlebt haben muss, denn erleben kann man mit diesem Album wirklich viel. Es ist ein Album, das die Synthwave-Anhänger in zwei Fraktionen aufspalten wird. Und gerade dieser Umstand gefällt mir. Denn ist es nicht diese rebellische Art, die den einen Künstler vom anderen hervorhebt?

Bonggita – Neon Marble Download/Stream

  • bandcamp

Bonggita – Neon Marble Tracklist & Highlights

1. Orbital Injection 02:01
2. Nekyia 03:50
3. Lost 05:13
4. Menace 06:13
5. She Likes The Moon 06:21
6. She Is Awakened 05:55
7. Wounded Warrior 06:01
8. Neon Marble 04:38
9. Deep Eyes 03:54
10. Neo-Human Relations 07:03
11. Spirit Away 06:36

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