Es besteht mächtig Aufholbedarf und ich weiß gerade gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Von vorne? Von hinten? Von der Seite? Eure Mail-, Messaging-, Flaschenpostanfragen,… erschlagen uns regelrecht. Ich für meinen Teil finde das ja ganz großartig und freue mich darüber. Und damit ich der ganzen Sache auch irgendwie Herr werde, gibt es heute den nächsten Synthwave Overflow in der Ausgabe 13!

Platz 1: Jake Butineau – rook EP

Ein Highlight, wenn nicht ein Kandidaten auf die beste Synthwave-EP 2017, stellt Jake Butineau’s „rook EP“ dar. Diese EP überzeugt mit Qualität von Anfang bis Ende. Die 5 Tracks dürft ihr als Soundtrack mit durchgängigem Theme ansehen. Mal schnell, mal langsam. Mal nachdenklich, mal energisch. Die „rook EP“ ist für mich nicht nur eine Synthwave-Offenbarung, sondern wohl auch eine fantastische Soundtrack-Erfahrung. Nehmen wir den Track „please forget me“, der in Sachen epicness zahlreiche Score-Größen übertreffen dürfte. Reinhören, kaufen! Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Platz 2: Sierra – Strange Valley

Lazerdiscs Records ist mittlerweile eine DER Anlaufstellen für großartige Synthwave Releases. Und so ist auch die kleine aber durchaus feine EP von Sierra keine Ausnahme. Hier erlebt ihr Darksynth aus Frankreich in Perfektion. Die Tracks sind stets treibend und zum Teil herrlich postapokalyptisch. Mein Anspieltipp – vermutlich wäre jeder Track ein Anspieltipp – ist „Desierto“, der sowohl mit harten Beats und mystisch-verzweifelten Sounds als auch mit einer absolut eingängigen Melodie begeistert.

Platz 3: bocuma – Starsceptre (The Other Side)

bocuma ist ganz groß in dem, was er tut. Er macht Musik zu zahlreichen Videospielen, vorwiegend zu Indie-Games. Ich bin seit langem großer Fan von ihm und habe mich sehr gefreut, als er uns kontaktierte und meinte, er hätte da etwas Synth-lastiges gemacht. Und siehe da, „Starsceptre (The Other Side)“ ist absolut großartige Synthwave-Unterhaltung mit der nötigen Portion Drive. „Starsceptre (The Other Side)“ rockt regelrecht von Track zu Track und unterhält sowohl durch seine Beats als auch die mal mehr mal weniger harten Melodien. Abwechslung ist hier Trumpf, sodass auch der eine oder anderen 8-Bit-Bleep seine Daseinsberechtigung hat. Mein Anspieltipp: „Suffering the Same Fate“.

Platz 4: Galaxy 80 – Lazer Waves

Ein bisschen Schmusimusi, wie man bei uns in Bayern doch so schön sagt. Galaxy 80 feiert mit uns eine herrliche Symphonie aus Synth- und Dreamwave. „Lazer Waves“ ist ein Album zum Träumen, Studieren, Genießen. Völlig unaufgeregt begibt man sich auf einen Spacetrip, der keinerlei Tücken aufzuweisen hat. Das Raumschiff gleitet durch Glockspielharmonie mit Zuckerguss. Nur selten dürfen wir einen rasanten Flug durch das Asteroidenfeld erleben, doch wenn es dann einmal soweit ist, wird mit „Frank Murphy (feat. Dave Maverick)“ ein saftiges Gitarrensolo ausgepackt. „Lazer Waves“ ist der perfekte Ausklang für einen stressigen Tag und eine Prise „Blade Runner“ gibt es mit dem Track „Rick Dekard“ gleich in zweifacher Ausführung oben drauf.

Platz 5: Compilerbau – Trickster’s Paradise

Ursprünglich wollte ich schreiben, dass ich das Album nicht mag. Und das, obwohl ich großer Compilerbau-Fan bin. Ein Glück, dass ich mir das Album auf mehreren Wegen angehört habe. Soll heißen, zuerst mit meinen Samsung In-Ears, danach über meine hochwertigen Sennheiser On-Ears und später noch einmal über meine stets nach Synthwave lechzende 2.1 Anlage. Das Ende vom Lied: Katastrophe auf den In-Ears, ziemlich (sehr) gut über meinen Sennheiser. „Trickster’s Paradise“ ist ein „typisches“ Compilerbau-Album, einfach hervorragend gemacht. Perfekte Retrosounds kombiniert mit absolut eingängigen Melodien und einzigartig treibenden Beats. Ebenfalls hoch anzurechnen: Die wunderbare Zusammenarbeit mit Dana Jean Phoenix sowie dieser Hauch Retro-Soundtrack-Charme aus Filmen wie „Powerman“ (Jackie Chan).

Platz 6: Fixions – ヘッドハンター

Fixions machen gerne Soundtracks. Fixions hauen auf die Kacke – wie man doch so schön sagt. Die Sountracks/Musik von Fixions ist stets eine der härteren Gangart, Schlag um Schlag eine Auflockerung für die Magengrube, ein Fest für Darksynth-Fans.“ヘッドハンター“ ist hier keine Ausnahme. Ich für meinen Teil habe keine Ahnung was „ヘッドハンター“ darstellen soll, bzw. wo genau ich es einordnen könnte. Doch vielleicht macht gerade das den Reiz dieses heftigen Werks aus. Reinhören schadet nicht, Rambo-Stirnband angeschnallt und durch!

2 Responses

  1. Hamurator

    „ヘッドハンター“ ist japanisch und heißt „Kopfjäger“. 🙂 Ist abgeleitet vom englischen Begriff „Headhunter“.

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