The G - Cosmopolis Album Review
5.0Gesamtwertung
Leserwertung: (4 Votes)

Auch wenn nun schon einige Wochen seit der Veröffentlichung von The G´s neuem Album „Cosmopolis“ vergangen sind und ihr diesen neuen Stern am Synthwavehimmel vielleicht schon selber entdeckt habt, möchte ich euch dieses grandiose Album nicht vorenthalten.

Bereits das erste Album von The G, namens „Postcards from LA„, war ein überdurchschnittlich gutes Werk, das Aufmerksamkeit verdient hatte, da es die typische Synthwave-Sommer, -Sonne, -Strand-Karte gekonnt spielte, indem das Arrangement klassisch aber nicht klischeehaft ausfiel.

The G´s neues Album, „Cosmopolis“, hat einen ganz anderen Sound. Es klingt nach Weltraum, nach Abenteuer, nach Ewigkeit und spielt in einer völlig anderen Liga als „Postcards from LA“, nämlich ganz oben. Und das nicht nur aufgrund des gewählten Titels „Cosmopolis“, ein Kofferwort bestehend aus „cosmos“, altgriechisch für „Weltraum“ und „polis“, altgriechisch für „Gemeinde“. Sondern vor allem, weil es unglaublich gut produziert ist, in sich absolut stimmig und dabei aber nie monoton wirkt.

The G nimmt uns also mit auf eine Reise zu den Sternen, für die er reichlich Treibstoff geladen hat. Ein paar extra Booster gibt es mit den Features von Vandal Moon und Vampire Step Dad noch oben drauf.

Schon das Intro „City Lights“ klingt nach Weltraumbahnhof und kommt mir vor wie das in Musik gegossene Titelbild des Albums. Weiter geht es mit „Shadows in the Neon Rain“, das so cool ist, das einem das Blut in den Adern gefrieren könnte. Gefolgt von „The Dome“, dem härtesten Lied des Albums und „Arcology“, dem träumerischten Lied des Albums. Der Track „Stars That Fade“, der Vandal Moon aufzubieten hat, sticht mit seinem britisch, aristokratisch klingendem Gesang zugleich heraus und fügt sich doch perfekt ein. Er verleiht dem Lied eine gewisse Melancholie, die auch an anderen Stellen des Albums zu hören ist.

Weiter geht’s mit den Liedern „Cosmopolis I“ & „Cosmopolis II“ die das Ziel und somit den Kern unserer Reise zu den Sternen mit The G darstellen. Beide haben einen durchweg positiven Vibe und klingen ganz danach angekommen sein.

Zurück auf der Erde erwartet uns das grandiose „Reunited“, das seinem Namen wirklich alle Ehre macht. Als ich das Lied zum ersten Mal hörte, ohne mir des Titels bewusst zu sein, fühlte ich mich unweigerlich an einen besonderen Moment meines Lebens zurückversetzt. Mein bester Kumpel und ich haben nach dem Studium verschiedene Wege eingeschlagen, bedingt dadurch, dass er beruflich nach Hong Kong gegangen ist. Das war noch bevor jeder mit einem Smartphone in der Tasche herum rannte und selbst die fernsten Winkel der Welt immer und überall „um die Ecke“ sind. Und so können sich auch beste Freunde aus den Augen verlieren. „Aus den Augen aber nicht aus dem Sinn“, wie ein deutsches Sprichwort sagt. Es war also ein kalter Dezember Abend im Jahr 2015 an dem mein Telefon klingelte (ja, mittlerweile ein Smartphone), weil mein bester Kumpel mich nach Jahren der Funkstille anrief; er sei in der Stadt, ob wir uns sehen wollen? Klar! Wir sahen uns also nach vielen, vielen Jahren der räumlichen Trennung wieder und es war vom ersten Moment an, als ob wir uns nie aus den Augen verloren hatten – Reunited. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sehr das Flair und die Stimmung dieses Abends in diesem Lied wieder zu finden ist. My brother from another was back! Reunited ist der Soundtrack zu einem unvergesslichen Abend meines Lebens.

Bevor ich aber zu sehr abschweife möchte ich euch auch noch unbedingt die letzten beiden Lieder des Albums näher bringen.

Hätte ich nicht den persönlichen Bezug zu „Reunited“, würde ich wohl „The Color of TV“ feat. Vampire Step Dad als meinen Favoriten nennen. So eine großartige, geradezu epische Mischung aus Coolness und Melancholie habe ich so noch nie erlebt. Sowohl „Reunited“ als auch „The Color of TV““ finde ich wirklich bewegend und sind daher meine Favoriten.

„Last Exit“ bildet den Schlussstein und fegt sämtliche Melancholie und Wehmut mit seinen heldenhaften Fanfaren hinweg. Es entlässt den Hörer völlig energiegeladen in den Alltag auf Erden.

Insgesamt hat „Cosmopolis“ eine bemerkenswerte Balance aus Anspannung und Entspannung, Coolness und Drama, verpackt in einen geradezu erhabenen Sound. Ein absolut rundes, phantastisches Album, dass ich dem geneigten Synthwave-Enthusiasten unbedingt empfehlen möchte.

Mit The G hat der Synthwavehimmel aufjedenfall einen hell leuchtenden Stern hinzugewonnen, der so schnell nicht vergehen wird und an dem sich noch viele orientieren werden.

The G – Cosmopolis Download/Stream

  • bandcamp

The G – Cosmopolis Tracklist & Highlights

1. City Lights 04:21
2. Shadows in the Neon Rain 04:32
3. The Dome 03:16
4. Arcology 03:57
5. Stars That Fade (feat. Vandal Moon) 04:08
6. Cosmopolis 04:19
7. Cosmopolis 2: The Return 02:48
8. Reunited 04:34
9. The Color of Television (feat. Vampire Step-Dad) 04:16
10. Last Exit 03:53

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