Code Elektro – WOLF Album Review
4.1Gesamtwertung
Leserwertung: (7 Votes)

Nur noch wenige Tage bis zum Erscheinen (3. Juni) des brandneuen Albums von Code Elektro. „WOLF“ ist mehr als nur ein Album, es ist ein Soundtrack zu einem imaginären Cyberpunk-Film, eine Reise durch die von Neonreklamen durchzogenen Straßen einer verregneten und von Intrigen gezeichneten Stadt. Auf unserer Reise begegnen wir allerdings auch Usern und Programmen vom Raster sowie extraterrestrischem Leben auf der Suche nach neuen Welten. Und mittendrin ist dann der Leitwolf, unser Wegweiser und Führer durch die dunkelsten Nächte, stets spür- und hörbar an unserer Seite, doch nur selten zum Greifen nahe.

„WOLF“ ist in erster Linie ein Soundtrack, irgendwie vertraut und doch neu. Und damit handelt es sich auch genau um das, was uns der Künstler vermitteln wollte: Eine Mischung aus „Blade Runner“, „TRON: Legacy“ oder „Matrix“. Doch ich höre da noch viel mehr heraus! Einflüsse des bemerkenswerten „Mass Effect“-Soundtrack schwingen genauso mit, wie die beliebt-sphärischen Klänge des unvergleichlichen M83.

Code Elektro stiehlt allerdings nicht. Vielmehr schafft Code Elektro etwas völlig eigenständiges und bietet uns damit unter anderem liebevolle Hommagen an einige der einflussreichsten Künstler.

„WOLF“ beginnt mit dem Intro „Ouverture (Welcome To The Wolf Den)“, das den Hörer gleich auf all das einstimmt, was in den nächsten Minuten noch folgen wird. Sphärische Klänge, Cyberpunk-Atmosphäre, die Soundtrackastigkeit und natürlich auch das Heulen unseres Leitwolfs. Und so folgt der titelgebende Track „WOLF“ mit treibenden Gitarrenriffs im Hintergrund, einer extrem eingängigen Melodie und außerordentlich viel Atmosphäre.

Mit „Scandinavia“ bleibt die Grundstimmung zwar gleich, doch der Stil wandelt deutlich mehr hin zur Synthwave-Schiene als der Track „WOLF“ zuvor. „Scandinavia“ verführt zum Träumen und mitreißen lassen. „Voyager“ ist dann der Track, der mir den „Mass Effect“-Soundtrack in Erinnerung rief. Allen voran die ersten Sekunden wirken so vertraut wie wundervoll. Doch schon wenig später entfaltet „Voyager“ seine volle, durchaus eigenständige Wirkung.

„Slow Motions“ – ein Titel, der den Inhalt nicht treffender wiedergeben könnte. Dieser Track ist zumeist sehr ruhig und wird überwiegend durch seine träumerischen Sphären getragen, die erst mit dem Einsetzen des Drums aus dem Fokus rücken. Darauf folgt „Interlude (Moon)“, ein Track wie für einen Verräter gemacht. Hier ist die Cyberpunk-Atmosphäre wohl am spürbarsten. Befänden wir uns in einem Film, hätte der Held hier wohl ein ernsthaftes Problem. „Impactor“ greift die bereits durch „Scandinavia“ und „Voyager“ bekannte Grundmelodie erneut auf, verarbeitet diese aber erneut in einem völlig eigenen Kontext. Ich mag diese Energie, die der Track durchaus zu vermitteln weiß, wirklich sehr.

„Lost in time“ ist der erste Track, der nach „WOLF“ erneut den Schritt in Richtung in Richtung Gitarrenriffs und -solos wagt. Die Mischung aus Soundtrack-Atmosphäre und diesem Gitarren-Finish ist dabei außerordentlich gut gelungen. Der darauffolgende Track „DarK Night“ begeistert erneut mit mitreißenden Sphären und einer eingängigen Melodie. „N3ON 3“, der vorletzte Track des Albums, ist wohl das Musikstück, das mich am deutlichsten an den „TRON: Legacy“-Soundtrack erinnerte. Daft Punks Einflüsse sind hier deutlich spür- und hörbar, auch wenn ich sagen muss, dass „N3ON 3“ wohl eine großartige Bereicherung für den Soundtrack des Elektroduos gewesen wäre!

Mit dem von Saxophon-Klängen und Gitarrenriffs geschwängerten „Postlude (Transformation)“ verabschiedet sich „WOLF“ und damit auch Code Elektro von uns. Die letzten Klänge sind im Ansatz vertraut, aber durchaus auch neu. Einmal mehr hören wir die „HEY!“-Rufe, die hin und wieder ihren Platz im Album fanden, und freuen uns irgendwie sehr darüber. Wir lassen uns noch einmal mitreißen und sehen dem nächsten Durchhören entgegen, während uns unzählige Filmszenen durch den Geist rauschen. Code Elektro schuf mit „WOLF“ in der Tat etwas einzigartig-neues, aber auch vertraut-gutes.

Code Elektro – WOLF Download/Stream

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Code Elektro – WOLF Tracks/Rating

TracksLängeRating
1. Ouverture (Welcome To The Wolf Den)2:39
2. WOLF4:55
3. Scandinavia3:45
4. Voyager3:40
5. Slow Motions4:06
6. Interlude (Moon)3:15
7. Impactor4:40
8. Lost In Time3:23
9. DarK Night4:10
10. N3ON4:33
11. Postlude (Transformation)3:14

Cover und Illustrationen: Jon Gotlev (Liserstille, NoHeroes)

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