Orbinaut - Marmalde Mind Album Review
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Kennt ihr noch die Orbinauten? Nein? Anfang der 90er Jahre kein „Sega Mega Drive“ euer Eigen genannt, kein „Sonic The Hedgehog“ gespielt? Macht euch nichts draus, ich auch nicht.
Naja vielleicht mal bei einem damaligen Schulfreund, aber sei es drum.
An die Orbinauten konnte ich mich jedenfalls nicht mehr erinnern, diese sympathisch-fiesen, Seeigel-haften, Bösewichtshelfer aus der bekannten „Sonic The Hedgehog“ Reihe.

Genau nach diesen hat sich der Künstler „Orbinaut“, um dessen Debutalbum „Marmalade Mind“ es in dieser Kritik geht, nämlich benannt. Da verwundert es nicht weiter, wenn man erfährt, dass der Hamburger „Orbinaut“, Henning Behrendt, die Soundtracks von „Sonic The Hedgehog“ und „Bladerunner“ als musikalische Inspiration angibt.

Eine außergewöhnliche Mischung. Klingt wie Currywurst mit Schwarzwälder Kirschtorte.
Jeweils großartig, aber kombiniert? Naja, urteilen wir besser nicht voreilig und hören doch erstmal rein in´s „Marmalde Mind“.

Den Start macht „Polyfeel“, ein recht kurzes, eher ein introhaftes Lied, das mir nicht so recht etwas zu vermitteln mag. Zu unmelodiös, zu unharmonisch, ungewöhnliche Sounds. Tatsächlich, poly feel(s).

Weiter geht’s mit „Arthur The Dentist“. Arthur der Zahnarzt? Wirklich? Zahnarzt, muss das sein?
Wer mag den Zahnärzte? Es fing doch schon durchwachsen an, jetzt auch noch das.
Aber siehe da! Das Lied klingt viel besser und vor allem positiver, als gedacht, irgendwie nach aufstieg in´s Level 3 oder so, jedenfalls Videospielmäßig, und nicht nach Mundschutz und Bohrer.

Es folgt „7/348“ ein Lied, das mir auch nicht zusagen will. Gar nicht. Ein generischer Grundbeat, der sich dann auch noch unmotiviert ändert, garniert mit Off-beat Sounds, für die mir kein anständiges Attribut einfallen. Ist das vielleicht ein Angriff der Orbinauten?

„Chirpy Purps“ klingt da schon viel besser. Erinnert mich stark an die Musik von Flipper- und Videospielautomaten in den 80ern und frühen 90ern. Bisschen Hip Hop lastig, cooler Beat, coole Sounds, gefällt!

Ähnlich geht´s dann mit „Lush“ weiter, klingt auch ein bisschen „Black“ und gefällt auch.
Ich mach jetzt einfach mal eine neue Kategorie auf und bezeichene „Chirpy Purps“ und „Lush“ als Synth-hop.

Und nun? Krasser Stilwechsel mit „Ridley/Ripley“. Abgespacter Sound, träumerisches Gesangssample, allerhand komische Nebengeräusche. Ich hätte mir bei dem Titel ansatzweise etwas Ähnliches, aber cooleres, dunkleres gewünscht. Etwas, dass den Namen und der damit verbundenen Atmosphäre besser gerecht wird (Ridley Scott und Ellen Ripley, Regiesseur und Hauptcharakter aus „Alien“, für den Fall, dass ihr auf dem Schlauch steht.).

Egal, es gibt einen „Bonus“. Aber wie das so oft mit Boni ist, Freude, weil „gratis“, aber letztendlich oft nicht von Substanz oder aber der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. So leider auch in diesem Fall. Die Orbinauten greifen wieder an.

Aaah! „Smool“! Sehr gut! Düsterer, treibender Sound und coole, harmonische Klänge. So stelle ich mir eine gelungene Mischung aus „Sonic The Hedgehog“ und „Bladerunner“ vor. Geht doch! Mein persönlicher Favorit.

Weiter geht’s mit „Earl the Girl“. Klingt ganz ok. Eine verdauliche Mischung aus Hip Hop Beat und Synthsounds. Synth-hop, wie wir jetzt wissen.

Zum Abschluss gibt’s noch „Swimming Orchid“, ein Lied mit dem ich wieder nicht viel anfangen kann. Klingt stark nach 90er Jahre Jump´n Run Videospielen. Zum Thema passend, aber keine sonderlich mitreißende Melodie, wirkt etwas orientierungslos.

Bleibt nur noch zusammen zu fassen, dass „Orbinauts“ Debutalbum „Marmalade Mind“ zwar außergewöhnlich, da sehr experimentell, ist, aber eben auch sehr ungewöhnlich bis gewöhnungbedürftig.
Für den Synthwave Anfänger sicher nicht so geeignet und auch die Anderen werden sich wahrscheinlich etwas schwer tun. Aber für den Mut ein so experimantales Debutalbum zu veröffentlichen, drei bis vier guten Liedern und das überaus gelungene Titelbild, gibt es trotzdem eine solide Bewertung.
Und vielleicht seit Ihr da draußen an den Bíldschirmen ja auch ganz anderer Meinung?

Apropos Titelbild! Falls euch das Cover gefällt und ihr Interesse an bildender Kunst im Stil der 80er Jahre habt, dann empfehle ich euch die Seite von Julia Ahrens. Die junge Dame hat nämlich das bemerkenswerte „Marmalade Mind“ gemalt und hat ein großartiges Portfolio. Solltet ihr euch anschauen!
http://juliaahrens.com/

Orbinaut – Marmalde Mind Download/Stream

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Orbinaut – Marmalde Mind Tracklist & Highlights

1. Polyfeel 1:10
2. Arthur The Dentist 5:01
3. 7/384 3:13
4. Chirpy Purps 3:26
5. Lush 3:08
6. Ridley / Ripley 3:24
7. Bonus 3:57
8. Smool 4:09
9. Earl The Girl 1:36
10. Swimming Orchid 4:27

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