Oscillian - Escape from Antarctica Album Review
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So ganz passt es ja nicht, was Oscillian da im frühen Hochsommer abliefert: Frische Sounds direkt aus der Antarktis. Doch andererseits könnte ich mir auch nichts schöneres vorstellen, als eine Abkühlung bei 30° C Außentemperatur. Und „Escape from Antarctica“ verschafft mir hier genau die richtige Verschnaufpause im gewohnten Oscillian-Gewand.

Oscillian habe ich längst auf meiner Follow-Liste, und dort ziemlich weit oben. Denn was dieser Künstler zaubert, ist Qualität auf allerhöchstem Niveau. Mit „Escape from Antarctica“ konnte mich der Schwede einmal mehr in seinen Bann ziehen. Grund dafür ist die gelungene Mischung aus mystischen Score-Klängen und tanzbaren, oftmals mit Lyrics versetzten, Synthie-Tracks.

Das Thema Eis, Kälte und ein Hauch Mystery wurde sehr gut eingefangen. Mit einer Prise Akte X und der allgemein eher düster gehaltenen Stimmung, lässt uns „Escape from Antarctica“ auf einen Sonnenaufgang warten, der nun schon seit Tagen und Wochen ausbleibt. Doch wir erkennen die Hoffnung auf mehr, die Hoffnung an sich. Das Album ist demnach ein Streben nach mehr, ein Entkommen aus der ewigen (Gefühls-)Kälte.

„Frostbite“ ist ein wundervolles Intro, das ganz gerne an John Carpenters beste Zeiten zurückerinnern lässt. Lange lässt sich Oscillian Zeit, doch am Ende dürfen dann doch noch der Beat mit indirektem Trommelwirbel einsetzen. Es ist der Beginn von etwas Großem.

„Infinite White“ ist dann etwas, das Oscillian mittlerweile mit links macht. Eine Synthwave-Melodie mit Ohrwurm-Garantie inkl. saftigen Beats und packenden Lyrics. Das ist toll, wenn nicht sogar großartig, doch irgendwie auch etwas, das man auf seinen Alben „Ad Astra“ oder „Building Better Worlds“ hören kann. Ermüdungserscheinungen bleiben zwar noch immer aus, doch ein kleiner Richtungswechsel täte beim nächsten Release vielleicht ganz gut.

Springen wir zu „Shapeshifter“, mit dem Oscillian einen kleinen Ausflug hin in Richtung Darksynth unternimmt. Dies zwar nur ansatzweise, doch eine Verbindung zur dunklen Seite der Macht ist deutlich hör- und spürbar. Der Track ist ein Paradebeispiel für meine einleitenden Sätze, in denen ich beschrieben habe, wie düster und doch hoffnungsvoll dieses Album sein kann.

Sphärische Ausflüge unternimmt Oscillian mit Tracks wie „Vortex“ oder „Polar Nights“, die ganz und gar nicht tanzbar sein wollen. Diese sorgen für diese Portion Gänsehaut, für ein Kältegefühl, das der Antarktis entsprungen zu sein scheint.

Zusammen mit ULTRABOSS entstand der titelgebende Track für das Album: „Escape from Antarctica“. Was soll ich sagen? Das ist der Hammer! ULTRABOSS‘ großartige Gitarrenklänge verbunden mit Oscillians Synthwave-Eingebungen. Hier haben sich definitiv zwei gefunden, die man so schnell nicht wieder trennen sollte. Doch auch zusammen mit Europaweite Aussichten hat Oscillian einen Track gemacht: „Antarctica“. Ein Atmosphäreknüller!

„Escape from Antarctica“ ist der nächste große Wurf des schwedischen Künstlers. PLUS, und das darf man nicht außer Acht lassen, kostenlos über Bandcamp zu beziehen! Ich rate nun jedem Synthwave-Fan dazu, sich das Album downzuloaden, ob nun vorab gratis und später gegen Bares oder direkt gegen einen angemessenen Lohn – Oscillian hat es definitiv verdient! Dieser Künstler benötigt dringend mehr Aufmerksamkeit, schließlich könnte ich mir seine Werke auch ganz gut in Games oder Filmen vorstellen. So ein Oscillian-Soundtrack, das wäre doch mal was..!

Oscillian – Escape from Antarctica Download/Stream

  • bandcamp

Oscillian – Escape from Antarctica Tracklist & Highlights

1. Frostbite 03:27
2. Infinite White 03:50
3. Icebreaker 05:38
4. Shapeshifter 04:40
5. Vortex 04:40
6. Aurora Australis 04:32
7. Polar Nights 03:02
8. The Surface 04:31
9. Escape from Antarctica (feat. ULTRABOSS) 05:00
10. The Machine 04:26
11. Showdown at Outpost 31 03:44
12. Trapped in the Ice 05:46
13. Antarctica (feat. Europaweite Aussichten) 05:11

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