Turquoise Moon - Midnight Demon Score Review
4.8Gesamtwertung
Leserwertung: (2 Votes)

Ich bin gerade begeistert. Begeistert von einer Veröffentlichung, begeistert von einem Label. Spun Out Of Control aus London versorgt uns nun schon seit geraumer Zeit mit einzigartigen Synthwaves-Scores zu (nicht) gedrehten Filmen. Einer dieser Scores hat es nun, mehrere Jahre nach dem eigentlichen Release, zur digitalen Veröffentlichung gebracht. Ich rede hier von Turquoise Moon’s „Midnight Demon„, den Score zum gleichnamigen Film von Kyle Caruso. Den Film konnte ich btw. absolut nirgends finden. Wenn ihr da irgendwie mehr Glück habt, bitte schreibt mir!

LA, Juni 1983: Turquoise Moon, bestehend aus Terry Ferrello und Frank Heisenberg, schreiben den Score zu „Midnight Demon“.
2018: Spun Out Of Control veröffentlicht dieses längst verloren geglaubte Tape remastered digital und auf Kassette (mittlerweile vergriffen)!

Es sind Klänge aus dem Jahr meiner Geburt. Klänge, die zur damaligen Zeit State of the Art waren und es interessanterweise heute wieder sind. Es ist John Carpenter, es ist Horror, es ist ein klangtechnisches Hochgefühl.

Das Main Theme „The Arrival“ ist ein horrorlastiger Start in den Score. Die Melodie ist dabei absolut eingängig und nahezu unvergesslich sowie unvergänglich, steht doch John Carpenter ganz offensichtlich Pate hierfür. Doch Turquoise Moon bewahren ausreichend Selbstständigkeit, und das die gesamten 12 Tracks über.

„Aurora Over LA“ ist interessant, steht er doch irgendwie Pate für den „TRON: Legacy“ Soundtrack. Hört euch den Track einmal an und sagt mir, dass er nicht wunderbar auf dem „Grid“ Platz gefunden hätte…

„Prowling For The Flesh“ ist dann wieder ein ganz klassischer Horrortrack mit tiefen Synthesizer-Sounds, die sich allerdings nach und nach ins Epische steigern. Der Track geht gut als Hymne für den Film durch.

„The Investigation“ – das Theme für den Ermittler. Der Schnüffler sucht und… findet es letztendlich auch. Was genau? Das können wir nur vermuten, doch dass er erfolgreich war, ist unweigerlich erkennbar. Tanzbarer wird es dann mit „I Had Her In My Sights“, einer gelungenen Mischung aus Disco-Synths und Tangerine Dreams Sound. Der „Midnight Demon“ Score ist irgendwie das, was man heute wieder zu hören bekommt. Viele dieser Melodien werden euch durchaus bekannt vorkommen, doch wo kommen diese wirklich her? Wenn man einmal auf die Jahreszahl schaut, möchte ich in gewisser Weise schon behaupten, dass Turquoise Moon die Urheber für so einiges sind, und das ist doch wirklich viel wert. Schließlich war das Duo damit ein ganz großer Vorreiter für die heutige Synthwave-Szene, die in alle möglichen Richtungen gewachsen ist. Seien es nun fetzige Disco-Tracks, harter Darksynth oder Scores zu Filmen, die vielleicht nie gedreht werden.

Natürlich könnte ich auf weitere Highlights wie „Embrace The Wind“ eingehen, der mit seinem asiatischen Touch einfach nur Spaß macht oder der „Epilogue (End Titles)“, der das Werk in einer Art und Weise abschließt, wie man sie heute selbst in Filmen, die nicht 80s-bezogen sind, zu hören bekommt. Ich habe in meinem Review jetzt nur wenige Tracks ausgelassen, ihr könnt allerdings sicher sein, dass auch diese zu nahezu 100% überzeugen. Dieser Score ist ein verschollenes Kleinod, das nicht länger verschollen ist. Vielen Dank an Spun Out Of Control für das Ausgraben!

Artwork: Eric Adrian Lee

Turquoise Moon – Midnight Demon Download/Stream

  • bandcamp

Turquoise Moon – Midnight Demon Tracklist & Highlights

1. The Arrival (Main Titles) 02:57
2. Aurora Over LA 02:44
3. Prowling For The Flesh 03:16
4. The Investigation 02:50
5. I Had Her In My Sights 02:15
6. Dark Hearts Breed 03:22
7. Coming To A Realisation 03:04
8. Streetlights Through The Blinds 02:06
9. The Birth Of Death 03:42
10. My God, What Have I Done? 03:09
11. Embrace The Wind 02:53
12. Epilogue (End Titles) 02:19

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